1593
Umschrift: MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: GNM, Inventarnummer: MedK556
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photo
1593
Bildvergleich mit einer Medaille aus der Maler-Werkstatt
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: links: GNM, Inventarnummer: MedK556 / rechts: Staatliche Münzsammlung München
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photo
1593
Rückseite
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: GNM, Inventarnummer: MedK556
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photo
1593
Pellerhaus / Darstellung mit Sankt Martin und Bettler
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: GNM, Inventarnummer: MedK556
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photoTraugott Schulz
1593
Darstellung mit Sankt Martin und Bettler an der Pellerhausfassade
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: GNM, Inventarnummer: MedK556
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photoTraugott Schulz
1593
Vergleichsbild: Medaille und Darstellung am Pellerhaus
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: GNM, Inventarnummer: MedK556
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
photo
1593
Vergleichsbild: oben links Peller-Medaille / unten Münze von Krauwinckel
Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.
Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:
Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:
1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.
Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.
Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt.
Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.
Johannes Maußner
(September, 2025)
__________
siehe auch:Location: oben links: GNM, Inventarnummer: MedK556 / unten: Hollandia Numismatics
Depicted: Peller, Martin I
Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g
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