born Etzelwang, 10. Mar 1774
died Nürnberg, 06. Feb 1838
Dr. theol., ev. Theologe, Zeichner- u. Kupferstecher-Dilettant, Schriftsteller,
* 10. 3. (Juni lt. Simon Pfb.) 1774 Etzelwang – † 6. 2. 1838 Nürnberg.
Sohn des Johann Christian Heinrich (* 1743 – † 1787), Pfarrer. ∞ I) Nürnberg 18.10.1802 Margaretha Katharina Sibylla Kraft (* Sulzbach – † 22.11.1823) Stadtsyndikustochter; II) Nürnberg 16.11.1826 Dorothea Karolina Ziehl (* Nürnberg – † 28.1.1864), Handelsmannstochter, kinderlos. 1793-96 Studium in Altdorf, anschließend als Erzieher tätig. 1799 war er Walburgfrühprediger in Nürnberg, 1800-02 erneute Erziehertätigkeit. Am 1.4.1802 wurde er in Altdorf ordiniert. 1802 Diakon bei St. Egidien in Nürnberg, dort 1817 Pfarrer, 1822-37 auch Distriktsschulinspektor, 1829 Dekan; 1837 wurde ihm der Titel Kirchenrat verliehen. 1813 führte er die Konfirmation in Nürnberg ein. Am 10.6.1814 verlieh ihm die Universität Erlangen den Dr. phil. h. c. Neben seinem geistlichen Amt verfaßte er Gedichte, Unterhaltungsliteratur für die Jugend und 1806 einen „Schematismus der mathematischen Geographie“. Seidel war auch ein geschickter Kupferstecher. 1813 regte er die Gründung der späteren Maximilians-Augenheilanstalt an. 1821-30 war er Leiter der Nürnberger Lehrerfortbildungsanstalt. 1819 Mitbegründer des Bayerischen Central-Bibelvereins, 1828-38 dessen Erster Vorsitzender. Mitglied des Künstler-Vereins und 1806 Mitglied des P.Bl.O., 1813-38 dessen Präses. Panzer verzeichnete sein Portrait, das nach einer Vorlage von Johann Andreas Engelhardt von Conrad Wießner gestochen wurde. Sein Stammbuch mit Eintragungen aus den Jahren 1794-96 befindet sich in der StadtBN.
Werke: „Große Ansicht der Stadt Nürnberg von der Morgenseite, hinter dem Gleishammer aufgenommen“, Tuschzeichnung, ausgestellt 1817; Sammlung von Predigtentwürfen, 1802; Ideen zu Beichtreden, 1812.
(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)