Peter
Isselburg (Eisselburg, Ysselburg)

painter, draftsman, copperplate engraver, publisher

born Köln, 1568/80

MIA Bamberg (?), 1630

* 1568/80 Köln – † um 1630 Bamberg? ∞ Nürnberg 6.9.1613 Anna (get. 30.1.1590), Tochter des Peter Hochheimer, Maler, vier Söhne, zwei Töchter zw. 1614 u. 1621 in Nürnberg getauft.

1606-09 ist seine Tätigkeit in Köln durch datierte Stiche und durch seine Erwähnung als Pate bei einem Taufeintrag vom 10.5.1609 nachweisbar. Um 1610 kam er nach Nürnberg, wo er zunächst nur Aufenthaltsrecht genoß. 1616 entschloß er sich länger zu bleiben und beantragte die Aufnahme als Schutzverwandter, da er als Katholik nicht Bürger werden konnte. Der Rat stellte Nachforschungen an wegen seiner Religion, ob er nicht päpstisch sei. Bei Friedrich von Valckenborch und Gabriel Weyer erkundigte sich der Rat „seiner Kunst halber“. Mit Rv. vom 11.10. 1616 wurde Isselburgs Aufenthaltsrecht um drei Jahre verlängert und am 1.12.1619 das noch schuldige Schutzgeld erlassen. Mit Rv. vom 5.1.1620 wurde ihm das Wohnrecht um ein Jahr gegen Bezahlung eines Schutzgeldes von 6 Guldengroschen erneut verlängert. Im August 1622 lief sein Nürnberger Aufenthaltsrecht ab. Bereits am 23.7.1618 hatte sich Isselburg um das Bürgerrecht in Frankfurt/Main beworben, er bekam jedoch nur ein Jahr Aufenthaltsrecht, das er anscheinend nicht wahrgenommen hat. Zunächst arbeitete er in Nürnberg in der Werkstätte des Balthasar Caymox; ab 1614 begann er, Drucke unter seinem eigenen Namen zu vertreiben, auch verlegte er eine von Matthäus Merian d. Ä. gestochene Serie von sechs Nürnberger Ansichten. Isselburgs Arbeitsgebiet war vielseitig: 1610 ist das Portrait des Christoph Fürer datiert, er stach Tafeln zu Basilius Beslers „Hortus Eystettensis ...“ sowie ein Blatt mit der Ehrenpforte, die am 6.5. 1612 zum Einzug Kaiser Matthias’ in Nürnberg errichtet wurde. 1616 stach er auf 32 Kupfertafeln die von Gabriel Weyer im großen Rathaussaal gemalten Sinnbilder, die er in dem Bändchen „Emblemata politica, Aula magna Curiae Noribergensis depicta“ zum Neujahr 1617 dem Nürnberger Rat widmete. Er schuf Titelblätter und Illustrationen für geistliche Werke, geschichtliche und profane Darstellungen, wie Stückschießen, Waffen- und Fechtübungen, Kostümbilder, Portraits sowie Stadtansichten von Coburg, Heidelberg, Mannheim, Bautzen und aus der Umgebung von Nürnberg. Sein graphisches Gesamtwerk wird auf 450 Blatt geschätzt. Zu seinen Schülern zählten Hans Troschel d. J. und 1620 Joachim von Sandrart d. Ä. 1622 wurde Isselburg vom Rat einige Male wegen des Stechens „pasquillischer Gemälde“ verwarnt. Die Gründe seines Umzugs von Nürnberg nach Bamberg etwa im August 1622 sind nicht bekannt. Bereits 1618 und 1620 hatte er Bildnisse des Bamberger Fürstbischofs Johann Gottfried in Kupfer gestochen. 1623 stach er dessen Leichenbegängnis, auf dem er sich als Bamberger Bürger bezeichnete. Bis 1625 arbeitete er in Bamberg, um 1626/27 nach Coburg zu wechseln, wo er für Herzog Johann Kasimir von Sachsen-Coburg und andere fürstliche Personen tätig war. 1630 scheint er nochmals in Nürnberg gewesen zu sein, denn er erhielt am 20.6. für etliche Kupferstiche sechs Reichstaler. Isselburg gilt als Neuentdecker der Nürnberger Landschaftsmotive. Panzer verzeichnete fünf Bildnisse Nürnberger Bürger sowie sieben Portraitstiche mit seiner Signatur. Seine eigenen Portraits wurden von Georg Christoph Kilian und von Georg Fenitzer gestochen.


Werke: Grotezken Büchlein vor die Mahler, Goldschmidt usw; gedruckt zu Bamberg bei Peter Isselburg, 1625. Werkverz. mit 429 Bll. s. Johann Jacob Merlo: Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit, Düsseldorf 1895, Sp. 453-473, Reprint Nieuwkoop 1966. Verz. seiner Nürnberger Prospekte s. C. G. Müller, 1791, S. 18, 113, 129, 154, 170.


MuS: COBURG, KS der Veste. NÜRNBERG, GNM; –, MStN: Kupferstiche; Federzeichnung. –, StAN.


Lit.: ADB; NDB; Thieme-Becker; Nagler, KL u. Monogr.; Doppelmayr, 1730; Hampe, Rv.; Zülch, 1935; Barock, 1962; Sporhan-Krempel/Wohnhaas, 1973; Sitzmann, 1983; Tacke, 2001, S. 469; Grieb, Buchgewerbe 2003.

Ausst.: 1952/5.

(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)


Period: 17th c., 16th c.

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