Georg Paul
Buchner

draftsman, lithographer, publisher, portrait painter,

born Velden, 22. Dec 1779

died Nürnberg, 01. Dec 1833

Portraitmaler, Miniaturist, Zeichner, Lithograph, Musiker, Theaterunternehmer, Steindruckereibesitzer, Verleger, Bilderbogen- und Landkartenhändler,

Vater des Christoph Michael und des Johann Georg. ∞ 3.5.1814 Christina Margaretha Bernhardine Lehmann (um 1786 – † 29.6.1861), vier Kinder. Vermutlich war er Autodidakt. Am 7.11.1803 erhielt er als Miniaturmaler und gelernter Musikus das Bürgerrecht mit der Einschränkung, sich nicht als Musiker zu betätigen. 1829 war er jedoch Musikdirektor der kgl. Landwehr. Er zeichnete Zeitereignisse und malte Landschaften. Um 1808 war er als Bildnismaler in München, wo er vermutlich das Lithographieren erlernte. 1808 gründete er die zweite Steindruckerei in Nürnberg (nach Campe). Am 22.6.1816 erhielt er eine Konzession als Lithograph, Bilder- und Landkartenhändler. Die meisten frühen Lithographien entstanden nach eigenen Zeichnungen. Anfangs überwogen Bildnisse, später illustrierte Buchner aktuelle lokale Ereignisse wie Königsbesuche, militärische Übungen, Theateraufführungen, Pferderennen und Kriminalfälle. Von seinen Landschaften sind 8 Bll. vom Schmausenbuck b. Nürnberg von 1832 zu nennen. Eine erwähnenswerte Arbeit ist „Die Rheinreise in 24 Bildern“, von Buchner selbst auf Stein gezeichnet und von ihm auch koloriert. Nach Vorlagen alter Meister (Annibale Carracci) und zeitgenössischer Künstler (Friedrich Fleischmann, Christian Fues, Christian Klein, Georg Christoph Wilder) arbeitete er nur vereinzelt. Es gibt ferner Lithographien mit Tonplatten. Oft war Buchners Graphik auf Kolorit angelegt. Die Seltenheit erhaltener Drucke, dazu stilistische und qualitative Schwankungen erschweren die Zusammenstellung und Aufteilung eigenhändiger Werke und von ihm nur verlegter Lithographien anderer Zeichner. Eine Spezialität waren Bilderbogen, die für Kinderpuppentheater, das sog. Papiertheater, Verwendung fanden. Ein Teil der Bilderbogen widmet sich der Vergangenheit Nürnbergs (Die jungen Burggrafen und der Auszug der Sensenschmiede, 1827; Dem Andenken Albrecht Dürers, 1828; Hans Sachs, 1828). Für 1823 sind auch Miniaturbildnisse auf Elfenbein bezeugt. Zusammen mit Jakob Daniel Burgschmiet, dem Mechaniker Bernhard Bauer und dem Drechslermeister Maichel (Meuchelt) baute Buchner 1818 mechanische Puppen, Kunstreiter und Seiltänzer, Kopien nach Johann Tendler, die er im selben Jahr im „Goldenen Adler“ dem Publikum vorstellte. 1820-21 gingen sie mit ihrem Automatentheater auf Tournee durch Deutschland. Im handwerklichen Betrieb in Nürnberg entstanden mechanische Figuren, die bis nach England und Rußland exportiert wurden. 1829 war Buchner im eigenen Anwesen S. 1094 und 1095 (Unterer Judenhof 2 u. 4) ansässig, wo er bis zum Schluß wohnte. Panzer verzeichnete drei von ihm signierte Portraitstiche nach eigenen Vorlagen. Von ihm selbst gibt es ein 1819 datiertes Aquarellportrait, gemalt von Jakob Daniel Burgschmiet (GNM, Leihgabe der Stadt Nürnberg). Nach seinem Tod firmierte seine Firma als G. P. Buchners Witwe und Söhne. Im Adreßbuch 1856 erscheint die Firma als Rupert Krausser, vormals Buchner & Sessner, Theresienstraße; die Steindruckerei bestand bis mindestens 1864.

MuS: BERLIN, Kpst.Kab. –, Mus. für dt. Volkskunde.

NÜRNBERG, MStN: drei Zeichnungen;

Lith.: –, StadtB. –, GNM. STUTTGART, Staatsgal. Lit.: AKL; Thieme-Becker; C. G. Müller, 1791 Forts. II, S. 11, 20; Billmann, 1922; Th. Hampe, Lebensläufe aus Franken, 1930, 72-75; Reynst, 1962; M. Mende, 1971; H. R. Purschke, in: MVGN 68, 1981. Ausst.: 1821/1; 1954/3 S. 4; 1962/8; 1971/8 Nr. 51, 52, 62; 1989/3; 1991/1.

Matthias Mende

(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)








Style: Classicism, Biedermeier

Period: 18th c., 19th c.