Johann Christoph
Denner

musical instrument maker

christened Leipzig, 13. Aug 1655

buried Nürnberg, 26. Apr 1707

Wildruf- und Horndrechsler, Flöten-, Oboen- und Fagottbauer, Musiker,

Grab auf dem Rochusfriedhof nicht mehr vorhanden.

Sohn des Heinrich; Bruder des Johann Carl; Vater des Jacob und des Johann David. ∞ I) Nürnberg 1.11.1680 Sabina Götz (get. 21.5.1650 – begr. 12.5. 1702), zwei Söhne, fünf Töchter; II) 20.6.1703 Maria Jakobina Öder, zwei Töchter. Um 1666 kehrten die Eltern nach Nürnberg zurück. Schon bald nach seiner Ausbildung als Wildruf- und Horndreher durch den Vater scheint er sich dem Holzblasinstrumentenbau zugewandt zu haben. 1678 hatte er die nach der Ordnung vorgeschriebene Gesellenzeit beendet. Die Anzahl der zugelassenen Meister war durch den Rat auf zwölf beschränkt, die Witwen heirateten häufig ihre Gesellen, so daß keine Meisterstellen frei wurden. Nach 18 Jahren stellte er am 10.11.1696 zusammen mit Johann Schell ein Gesuch, um zum Meisterrecht zu gelangen. Daraufhin wurde beiden mit Rv. vom 9.2.1697 vom Rat das außerordentliche Meisterrecht verliehen. 1702 wurde Denner Gassenhauptmann im Barfüßerviertel, 1703-07 Genannter. Archivalische Nachweise über seine Tätigkeit sind kaum vorhanden. 1682 stellte er eine erste Rechnung über die Reparatur eines Pommers und einer Schalmei aus. 1694 sind Instrumentenverkäufe an den Rat belegt. In den 1680er Jahren übernahm er die durch die Pariser Flötenbauerfamilie Hotteterre erarbeiteten neuen Konstruktionsprinzipien und entwickelte sie weiter. Er fertigte eine breite Palette an Holzblasinstrumenten, seine Vorliebe scheint jedoch Blockflöten und (Barock-)Oboen gegolten zu haben, für welche ihm viele Verbesserungen nachgesagt werden. 

Auch die Erfindung der Klarinette wurde ihm von Doppelmayr zugeschrieben, doch sind keine Instrumente mit seiner Signatur erhalten. 

Nachweisbar ist ein Klappen-Chalumeau als der Klarinette verwandtes Instrument. Einige frühere Zuschreibungen sind seinem Sohn Johann David zuzurechnen, von dem ab 1710 Klarinettenlieferungen belegt sind. Mit letzter Sicherheit lassen sich Denners Beiträge zur Fortentwicklung im Holzblasinstrumentenbau nicht nachweisen, da kaum datierbare Vergleichsinstrumente anderer Hersteller aus dieser Zeit erhalten sind. Seine Instrumente erreichten hinsichtlich Klang- und Intonationsreinheit eine bisher unbekannte Höhe.
Er gilt als der bedeutendste Holzblasinstrumentenbauer Nürnbergs und war bereits zu Lebzeiten hochberühmt, was als Anhaltspunkt für außergewöhnliche Leistungen betrachtet werden kann. Er war auch ein hervorragender Musiker. Mz: Schriftrolle mit Namen I. C. Denner, meist darunter „D“. Bei wertvollen Elfenbeininstrumenten zeichnete er anstelle des Schriftbandes mit einem Schlingmonogramm, darunter ebenfalls „D“. Wirtschaftlich war er sehr gut gestellt, denn er besaß zeitweise drei Häuser. In seinem Haus „Hinter dem Bergauer“ lebte und arbeitete er. Am 19.1.1703 erwarb er ein Haus für 1300 fl. in der Oberen Schmiedgasse, am 12.12.1703 übernahm er das Haus seines Bruders Johann Carl in der Kühnertsgasse, der ihm lt. einer Schuldverschreibung vom 14.8.1699 die Summe von 742 fl. schuldete. Denners Hinterlassenschaft wurde bei seinem Tod auf über 24.000 fl. geschätzt; das daraus errechtete Erbe seiner jüngsten Tochter Katharina Christina betrug 2.775 fl. und wurde ihr 1722 zur Hochzeit ausbezahlt. Die Werkstatt wurde zunächst von der Witwe und dann vom Sohn Johann David weitergeführt. Die Dennerstraße wurde nach ihm benannt. Seine Witwe heiratete den Nürnberger Bürger Samuel Memmert.

Werke: Nickel, 1971, S. 214 verzeichnete ca. 54 Instrumente.

MuS: BASEL, Hist. Mus. BERKELEY, University of California, Dept. of Music. MÜNCHEN, BNM. –, Deutsches Mus. NÜRNBERG, GNM. Und in vielen weiteren deutschen und ausländischen Museen.

Lit.: NDB; MGG; Nickel, 1971, S. 129, 192; Brockhaus-Riemann, 1978; Meer, 1983; Huber, 1989; Herbert Maas, in: MVGN 81, 1994; Kirnbauer, 1994; Ders. in: Krickeberg 1996, S. 198-208; Stadtlexikon 2000.

Ausst.: 1906/2 Nr. 1123; 2002/1 Nr. 50 u. 52.



Thomas Röder

(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)


Style: Baroque

Period: 17th c., 18th c.

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