Anton d. Ä.
Koberger

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born Nürnberg, 1445

died Nürnberg, 03. Oct 1513

begr. im Predigerkloster. Sohn des Heinrich, Bäckermeister und Mühlenbesitzer, dessen Familie zu den gerichtsfähigen und ehrbaren Geschlechtern zählte. ∞ I) 29.1. 1470 Ursula († 22.9.1491), Tochter des Bruno Ingram, drei Söhne, fünf Töchter; II) 28.8.1492 Margaretha († 1543), Tochter des Gabriel Holzschuher, fünf Söhne, zwölf Töchter; von den 25 Kindern sind zwölf jung verstorben. 1464 wurde er nach Murr in den Steuerbüchern auf der Sebalder Seite erwähnt. 1470 errichtete er eine der ersten (nicht die erste) Buchdruckereien in Nürnberg.
1471 war er Taufpate Albrecht Dürers d. J., 1488-1513 Genannter. Er soll in den 1480er und 1490er Jahren 24 Pressen und über 100 Gesellen gehabt haben, darunter Setzer, Korrektoren, Drucker, Possilierer (Formschneider?), Illuministen, Componisten und Buchbinder. Für diesen Zeitraum gilt er als der bedeutendste Drucker, der seine Werke in weiten Teilen Europas vertrieb. Er unterhielt Niederlassungen in Leipzig, Regensburg, Breslau, Krakau, Ofen (Budapest), Frankfurt/Main, Paris, Lyon, Wien, Venedig und Mailand. 1470 bis 1504 wurden etwa 220 Verlagswerke, meist juristischen und theologischen Inhalts, herausgebracht. An der Kölner (niederdeutschen) Bibel von 1478 war er finanziell beteiligt und setzte sich in den Besitz der Druckstöcke mit den Holzschnittillustrationen. Für seine eigene, insgesamt die neunte vorlutherische deutsche Bibelausgabe von 1483 druckte er die Holzschnitte neu ab. 1484 druckte er im Auftrag des Rats die „Reformation“, das älteste gedruckte Gesetzbuch Deutschlands, das bald von anderen Städten und Fürstentümern nachgedruckt wurde.

Zu den Hauptwerken Kobergers zählen die Schedelsche Weltchronik mit 1809 Abbildungen von 645 Holzstöcken in einer lateinischen (erschienen am 12.7.1493) und einer deutschen Ausgabe (erschienen am 23.12.1493), das Heiligenleben mit 254 Holzschnitten sowie der Schatzbehalter und die Offenbarungen der Hl. Brigitte. 1494 und 1496 druckte er den Malleus Maleficarum, den „Hexenhammer“, der für zwei Jahrhunderte als Handbuch zur Erkennung und Bekämpfung von Hexen dienen sollte. 1498 druckte er Dürers Apokalypse. 1504 gab er das Drucken auf und war nur noch als Verleger tätig. Das letzte Verlagswerk erschien mit der Jahreszahl 1526; bis 1532 bestand der Sortimentshandel. 1479 besaß er die Häuser Burgstraße 3, Irrerstraße 4 und 6; die letzten beiden Häuser gehörten 1498 dem Bäcker Cunz Bernreuter. 1470 mietete er einen Gebäudekomplex am Egidienplatz, durchgehend zur Tetzelgasse (später Egidienplatz 9-13 und Tetzelgasse 14-18), den er 1489 um 2800 fl. rh. erwarb; hier befand sich auch seine Druckerei. 1500 erwarb Koberger um 750 fl. rh. von seinem Schwiegervater das Haus Egidienplatz 31. Außerdem besaß er Häuser und Gärten am Inneren und Äußeren Laufer Tor sowie in der Nähe des heutigen Josephsplatzes; ferner gehörten ihm wenigstens zwei Mühlen an der Pegnitz. Panzer verzeichnete sein Portrait. Die Kobergerstraße und der Kobergerplatz wurden nach ihm benannt.(...)

(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)

Style: Late Gothic

Period: 15th c., 16th c.

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